Der weltweite Schwefelgrenzwert schlägt hohe Wellen

  • 08.11.2018

Organisiert durch den Verband Deutscher Reeder, den Arbeitskreis Bunkeröle des AFM+E und FPE, die MARIKO GmbH sowie das Kompetenzzentrum GreenShipping Niedersachsen hat am 07. und am 08.November der Workshop „Alternative Kraftstoffe II“ stattgefunden. Rund 200 Teilnehmer haben in Hamburg und Leer über die Herausforderungen diskutiert, die mit dem weltweiten Schwefelgrenzwert von 0,5 % einhergehen. „Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, braucht es eine Innovationsoffensive in Forschung und Entwicklung, vor allem bei alternativen Brennstoffen und Antriebssystemen und eine Optimierung der Logistikabläufe an Land. Regierungen weltweit müssen gemeinsam mit der Branche arbeiten und finanzielle Ressourcen für diese technologische Revolution bereitstellen.“ fordert Alfred Hartmann, Präsident des Verbandes Deutscher Reeder.
Im ersten Block wurden die aktuelle Rechtslage, die Verfügbarkeit sowie Qualität der zukünftigen Brennstoffe und Abgasnachbehandlungstechnologien thematisiert. Deutlich wurde, dass seitens der Reeder dringend mit der Erstellung von individuellen ‚Ship Implementation Plans‘ begonnen werden muss, um bis 2020 nicht in Zeitnot zu gelangen.
Im zweiten Block wurden neue Forschungs-und Innovationsprojekte sowie Studienergebnisse vorgestellt, die sich direkt und indirekt mit der Thematik des globalen „sulphur cap“ ab 2020 beschäftigen. Unter anderem wurde das Thema Wind in der kommerziellen Schifffahrt beleuchtet, welches von der MARIKO GmbH im deutsch-niederländischen Kooperationsprojekt MariGreen stark vorangetrieben wird. Im Juni dieses Jahres ist ein Schiff von Fehn Ship Management im Rahmen des Projektes mit einem Flettner Rotor ausgerüstet worden. Ende des Jahres werden erste Zahlen über die Treibstoffersparnis vorliegen und publiziert.
Die Einführung des globalen Schwefelgrenzwertes ist unabwendbar und der Workshop hat gezeigt, dass es eine große Palette an Lösungswegen zur Emissionsreduktion gibt. Die Ölindustrie ist mit den unterschiedlichsten Blends gewappnet und ermöglicht die Regelkonformität, aber ein großer Appell geht an die Schiffeigner, die genau darauf achten müssen, wie der zu bunkernde Kraftstoff beschaffen ist und inwieweit er mit dem an Bord befindlichen Rest kompatibel ist.

Alle gezeigten Präsentationen sowie angesprochene Dokumente stehen Ihnen im Downloadbereich zur Verfügung.