Maritime goes Digital

  • 17.08.2017

Die Digitalisierung spielt zunehmend eine bedeutende Rolle für die Schifffahrt. Der Datensicherheit vorausgesetzt, birgt die Verbesserung der digitalen Infrastruktur große Potentiale z.B. hinsichtlich der Effizienz des Schiffsbetriebs und der Sicherheit an Bord. Die Perspektiven und Herausforderungen des digitalen Wandels diskutierten am Dienstag, den 15. August über 150 Teilnehmer im Maritimen Kompetenzzentrum in Leer.
Eingeladen zu der Veranstaltung mit dem Thema „Maritime goes Digital: IT-Lösungen für die effiziente Schifffahrt von morgen“ hatte die MARIKO GmbH und das Netzwerk IT-Achse Ems des Landkreises Leer, Amt für Wirtschaftsförderung. Das Kompetenzzentrum GreenShipping Niedersachsen, die Hochschule Emden/Leer, der Reederverein Ems-Dollart e. V. und Nautitec haben als Kooperationspartner bei der Ausrichtung unterstützt. „Mit der heutigen Veranstaltung wollen wir Klarheit darüber schaffen, was sich hinter dem abstrakten Begriff der Digitaliserung konkret verbirgt und herausarbeiten, wie die maritime Wirtschaft von Informations- und Kommunikationstechnologie profitieren kann“, sagte Katja Baumann, Geschäftsführerin bei der MARIKO GmbH. Mit den Ergebnissen der Reederstudie 2017 zeigt Claus Brandt, PwC GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft auf, wie die Digitalisierung Geschäftsmodelle der Reedereien verändern wird. In der von PwC durchgeführten Studie wurden 105 Entscheidungsträger der deutschen Transport- und Schifffahrtsunternehmen im Bereich der Seeschifffahrt befragt. Demnach rechnen 84% der Befragten mit der wachsenden Bedeutung von Onlineportalen auf denen Schiffstransporte angeboten werden und 71 % nehmen bereits neue Geschäftsfelder in den Blick.  
Einen weiteren Aspekt der Digitalisierung betrifft den Bereich IT Sicherheit, der von den Referenten Dr. Patrick Felke (Hochschule Emden/Leer), Markus Jabs (Bohlen und Tammling GmbH & Co KG) und Christian Reimann (HDI Global SE) aufgegriffen wurde. Deren Ausführungen wurden eindrucksvoll untermalt von Bernd Dettmers von M&K ProCon GmbH, der im Rahmen der Veranstaltung ein „Live-Hacking“ durchführte und damit das Publikum ins Staunen, aber angesichts der aufgezeigten Sicherheitslücken in Unternehmen auch ein Stück weit in Unruhe versetzte.       
Unter dem Themenschwerpunkt IT Anwendungen stellt Swen Kleinau von Buss Data heraus, wie Unternehmen der maritimen Branche bereits mit ihnen in Kontakt stehen und sich daraus bedarfsgerechte, intelligente Softwarelösungen entwickeln. Auch im Bereich des Personal-managements und der Aus- und Weiterbildung werden interessante Anwendungsmöglichkeiten gesehen, die von Roman Heil (Atria Learning & Dev.) und Prof Kapt. Rudolf Kreutzer (Hochschule Emden/Leer) präsentiert wurden.           
Abgerundet wurde die Veranstaltung durch eine Besichtigung des Schiffführungssimulators der NAUTITEC GmbH.
Die Veranstaltung bildete den Auftakt zu einer Reihe von Aktivitäten zur Verknüpfung der maritimen Wirtschaft mit der IT-Branche. „Wir haben in beiden Segmente eine enorme Kompetenz in der Region aufzuweisen, die es weiter auszubauen gilt. So können wir unseren Wirtschaftsstandort nachhaltig stärken und wettbewerbsfähig bleiben“, so Bernd Hillbrands, Vorsitzender des Digital-Bündnisses „Software-Netzwerk Leer“. „Die Veranstaltung im Mariko hat sehr schön verdeutlicht, dass die IT ein fester und nicht mehr wegzudenkender Bestandteil von anderen Branchen ist. Um die Potenziale der IT auch in vollem Umfang nutzen zu können, ist der weitere Ausbau der digitalen Infrastruktur dringend erforderlich.“
Die MARIKO GmbH wird in Zukunft zusammen mit der Hochschule Emden /Leer, Fachbereich Seefahrt die Implementierung von digitalen Anwendungen in der maritimen Branche im Rahmen des, durch das BMWi geföderten Projekts „Mittelstand 4.0“ voranbringen.

Die Präsentationen der Veranstaltung finden Sie hier.