GreenShipping: Industrie-getriebene Forschung gibt wichtige Impulse zum Schutz der Meeresumwelt

  • 09.08.2017

Schiffsunglücke haben in der Vergangenheit große Umweltkatastrophen herbeigeführt. Moderne Assistenzsysteme für die Schiffsführung können helfen diese zu vermeiden, indem sie durch Automatisierung den Nautiker unterstützen und beispielsweise eine effektive Nutzung komplexer Antriebssysteme in begrenzten Revieren ermöglichen. „Die Erhöhung der Sicherheit in der Offshoretechnik und Schifffahrt durch moderne Technologien ist als Beitrag zum Schutz der sensiblen natürlichen Meeresumwelt daher ein nicht zu vernachlässigender Aspekt von GreenShipping“, erläutert Robert Schaefer von der Jade Hochschule, die als GreenShipping-Projektpartner ihren Forschungsschwerpunkt auf die Entwicklung einer mobilen Evaluationsplattform für Schiffsassistenzsysteme gelegt hat.
Im Schulterschluss mit der Jade Hochschule bearbeitet der GreenShipping-Partner Maritimes Cluster Norddeutschland das Thema Methanol als Alternativbrennstoff. LNG wird als Ablöser von Schweröl bereits intensiv diskutiert. Vor allem für kleinere Schiffe, wie z.B. Arbeitsschiffe und -boote, die überwiegend im küstennahen Bereich operieren, ist die Umrüstung auf LNG allerdings nicht die einzige Option, da hier die Umrüstung im Verhältnis zu größeren Schiffen technisch komplizierter ist. Methanol-Antriebe sind für diese Anwendungen hingegen sehr gut geeignet, sodass z.B. die Schiffs- und Yachtwerft Abeking & Rasmussen, die u.a. schwerpunktmäßig auf den Bau von Arbeitsschiffen spezialisiert ist, sehr großes Interesse an der Technologie zeigt und den Impuls zur Bearbeitung dieses Themas gab. In einem vom Maritimen Cluster, der Jade Hochschule, Abeking & Rasmussen sowie der Wirtschaftsförderung Wesermarsch organisierten Workshop im Juli wurden bereits vorliegende Betriebserfahrungen von skandinavischen Wissenschaftlern und Unternehmensvertretern erläutert. So stellte etwa Eric Lewenhaupt von der schwedischen Reederei Stena Line die Erfahrungen mit Methanol beim Betrieb des Fährschiffs „Stena Germanica“ vor und äußerte, dass Stena Line in Methanol eine Alternative für die Zukunft ebenso für größere Schiffseinheiten sieht.
Auch das seit vielen Jahren diskutierte Thema Antifouling-Schiffsanstriche hat nach wie vor seine Brisanz nicht verloren, was viele laufende Forschungsprojekte zu diesem Thema zeigen. Das Maritime Cluster Norddeutschland wird daher in einem Workshop im Dezember in Cuxhaven den Stand der Technologie und die Richtungen zukünftiger Forschungs- und Produktentwicklungen gemeinsam mit verschiedenen Experten darstellen. Dieser Workshop knüpft an eine Veranstaltung an, die das Maritime Cluster gemeinsam mit der Norddeutschen Initiative Nanotechnologie SH e.V. organisierte und auf unerwartet großes Interesse stieß.

Bei dem Termin am Vergangenen Montag sollten neben der Vorstellung des bisherigen „GreenShipping-Arbeit“ auch Wünsche zur weiteren strategischen Ausrichtung des Kompetenzzentrum GreenShipping Niedersachsen seitens der Politik, der Region und des Niedersächsischen Wirtschaftsministeriums an das Projektteam herangetragen werden. Diesbezüglich äußerte Jens Wrede, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Wesermarsch GmbH, den Wunsch nach einer stärkeren Bekanntmachung der Arbeit von GreenShipping in den aktuellen Tätigkeitsschwerpunkten, damit noch mehr Unternehmen von dem in Niedersachsen gewonnenen Know-how profitieren könnten. Frau Ingelore Hering, Abteilungsleiterin für Industrie und maritime Wirtschaft im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr zeigte sich zufrieden mit der bisherigen Entwicklung des Kompetenzzentrums: „Das GreenShipping Kompetenzzentrum hat in kürzester Zeit ein hochwertiges und aktives Netzwerk zwischen Wirtschaft und Forschung etabliert. Die Unterstützung daraus entwickelter Schwerpunkte wie Methanol und Assistenzsystemen für die Schifffahrt greifen zentrale Themen der niedersächsischen Industrie auf und werden unsere Maritime Wirtschaft nachhaltig fördern.“ Die Abgeordnete des Niedersächsischen Landtags, Karin Logemann, fasste freudig die Ergebnisse des Informationsaustausches zusammen: „Das Team um Dr. Susanne Neumann zeigte eindrucksvoll die Vielfältigkeit ihrer engagierten Tätigkeit. Besonders die Themen „Alternative Brennstoffe“, „Assistenzsysteme“ und „Antifouling-Anstriche“ beherrschen die Forschung und die Entwicklung der Netzwerker. Es geht darum, die verfügbaren fachlichen Kompetenzen mit den relevanten Problemen in Deckung zu bringen und im Rahmen von Projekten Lösungen zu finden. Mit dem Kompetenzzentrum GreenShipping und seinen zwei Standorten in Elsfleth und in Leer, stellt sich Niedersachsen den konkreten Herausforderungen, Bedingungen und Wünschen der maritimen Wirtschaft mit dem Ziel, Schifffahrt zu wirtschaftlichen Bedingungen ressourcenschonender und umweltfreundlicher zu gestalten. Das Kompetenzzentrum GreenShipping Niedersachsen sucht dabei branchenübergreifend den Dialog mit den Beteiligten. Lösungsoptionen sollen erforscht, entwickelt und koordiniert werden. Das gelingt am Elsflether Standort ganz ausgezeichnet, wie anhand der vielfältigen und hochinteressanten Workshops, der vielversprechenden Projekte und der hervorragenden und vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen der Wirtschaft und dem Kompetenzzentrum mit der Jade Hochschule als Forschungssäule in Elsfleth zu messen ist.“

Alle Beteiligten beschlossen, diesen Informationsaustausch als regelmäßigen Termin zu etablieren. Besonders profitieren wird davon die maritime Wirtschaft, denn Karin Logemann, Ingelore Hering und Jens Wrede sagten ihre Unterstützung dabei zu, nach finanzieller Förderung für innovative Vorhaben zu suchen.

Bildquelle:Logemann
Im Bild von rechts nach links: Jens Wrede (Wirtschaftsförderung Wesermarsch), Karin Logemann (Niedersächsischer Landtag), Ingelore Hering (Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr), Dr. Susanne Neumann (GreenShipping Niedersachsen/Maritimes Cluster Norddeutschland), Robert Schaefer (GreenShipping/Jade Hochschule), Dr. Annika Krutwa (GreenShipping Niedersachsen/Maritimes Cluster Norddeutschland), Prof. Dr. Klaus-Jürgen Windeck (GreenShipping/Jade Hochschule), Violetta Arndt (GreenShipping Niedersachsen/Maritimes Cluster Norddeutschland)