Die internationale Schifffahrtsindustrie setzt auf schnelle und deutliche Maßnahmen bei der Dekarbonisierung

  • 20.11.2017

Anlässlich der Weltklimakonferenz in Bonn haben die MARIKO GmbH in Form der Projekte MariGreen und D-ZIB, sowie das Kompetenzzentrum GreenShipping Niedersachsen bei der Ausrichtung der Konferenz „Ambition 1.5°C – Global Shipping’s Action Plan“ unterstützt. Über 150 führende Akteure der internationalen Schifffahrtsindustrie versammelten sich in Bonn, um den Entwurf eines Aktionsplans auszuarbeiten, der darlegt, wie die Schifffahrt ihren gerechten Anteil an der Reduktion der Treibhausgase und der Dekarbonisierung schnell und stark genug einbringen kann, damit das ehrgeizige Ziel, die globale Erderwärmung auf 1.5°C zu begrenzen, erreicht werden kann.

Die Teilnehmer der Konferenz kamen übereinstimmend zu dem Schluss, dass die internationale Schifffahrtsindustrie über die für die Dekarbonisierung erforderliche Technologie-Toolbox verfügt. Jedoch sind einige Lösungen noch nicht ausgereift genug oder es wäre ein erhebliches Upscaling für die Bereitstellung erforderlich, weshalb eine weitere Entwicklung für ihre Verwendung erforderlich sein wird. Zudem sollte der Schwerpunkt auf alternativen Brennstoffen liegen. Nur so, sind sich alle Teilnehmer einig, ist die Dekarbonisierung langfristig umsetzbar.

Folgende Ansätze und Schlussfolgerungen aus der Konferenz bilden die Grundlage für den Aktionsplan:

  • Wir werden Demonstrationsschiffe für die Erprobung neuer Technologien bauen.
  • Wir werden auf die dringende Annahme eines wissenschaftsbasierten Ziels für die CO2-Emissionen drängen.
  • Wir werden uns für einen deutlich engeren, robusteren Energieeffizienz-Index (EEDI) einsetzen.
  • Wir werden eine "Koalition der Willigen" aufbauen, die bereit sind, branchenübergreifend an der Dekarbonisierungsherausforderung von 1,5 ° C mitzuarbeiten.
  • Wir werden "Transparenz" in der Branche definieren und die Umsetzung dieser Transparenz in Bezug auf Emissionen und Betriebsdaten vorantreiben.
  • Wir werden sicherstellen, dass die Dekarbonisierungsdebatte erweitert wird, um alle Akteure einzubeziehen und Synergien und Emissionseinsparungen über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg zu erhöhen.
  • Wir werden mehr globale Foren entwickeln, die auf konzentrierten Arbeitsgruppen basieren, einschließlich einer Interessenvertretung für Asien.
  • Wir werden der Schifffahrt wieder zu einem besseren Image verhelfen, um
  1. einen "Ambition" -Effekt der Multiplikatoren zu fördern, um andere Akteure zu ermutigen, sich an Dekarbonisierungsprojekten zu beteiligen;
  2. neue Talente für eine sich modernisierende Industrie zu gewinnen.

Zudem wurden folgende Verpflichtungen eingegangen:

  • Umbau eines Containerschiffs als Test- / Demonstrationsschiff für emissionsarme und "zero emission"- Technologien.
  • Auf die Einführung einer CO2-Steuer oder -Abgabe hinzuarbeiten, um die Einführung sauberer Technologien zu fördern.
  • Einen Gipfel gleicher Struktur und Wirkung für Einzelakteure und lokale Reeder auf regionaler Ebene einzuberufen.
  • Fortsetzung der Diskussion über die Technologie-Toolbox und Aufbau einer robusten Plattform zur Bereitstellung klarer, von Dritten geprüfter Informationen.
  • Reedereien finden, die über die Gesetzgebung hinausgehen und in sie investieren.
  • Schaffung eines Preises für Innovation / Technik, um die Markteinführung von innovativen Technologien und Designs zu fördern.
  • Entwicklung eines Systems, das die Vorteile von Emissionseinsparungen durch betriebliche Änderungen und die Einführung neuer Technologien vor Einführung vorgeschriebener Emissionsabgaben nutzt.
  • Änderung der Betriebsabläufe, um intensiver mit OEM zusammenzuarbeiten und F&E einzubinden.
  • Konzertierte Anstrengungen unternehmen, um das Thema der Emissionen von Schiffen und der Dekarbonisierung bei Verbrauchern und der Öffentlichkeit zu verbessern.
  • Eine leistungsfähige Plattform für die Einbindung von Stakeholdern schaffen.
  • Die Zusammenarbeit zwischen Think-Tanks und NGOs, die in diesem Sektor tätig sind, verbessern und Ressourcen bündeln.
  • Die stärkere gemeinsame Nutzung von Forschung und Technologie mit Entwicklungsländern fordern.

Im Anschluss an die Konferenz wurde ein Briefing-Dokument mit der Zusammenfassung der wichtigsten Herausforderungen und Möglichkeiten bei der Dekarbonisierung der Schifffahrtsindustrie hervorgehend aus den auf der Konferenz "Ambition 1,5°C" vereinbarten ehrgeizigen Ansätzen an UNFCCC-Delegierte, nationale Delegationsfokusstellen, das UNFCCC-Sekretariat und alle relevanten nationalen Politikbereiche versandt, damit diese Entscheidungsträger auf die Diskussionen über den Transport auf Schiffen in den Kernprozessen der COP23 Einfluss nehmen können.

Die Konferenz wurde offiziell von einer Jury als offizieller Klimapartner der COP23 unterstützt, die sich aus den UNFCCC-Partnern, der fidschianische Präsidentschaft der COP23, des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und der Stadt Bonn zusammensetzt.

Alle Pressemitteilungen und Videos der Konferenz finde Sie hier.