Ballastwasserbehandlung wird Realität

  • 01.06.2017

Die Ballastwasser Konvention tritt am 08. September 2017 in Kraft, dies war der Anstoß für das 5. Ballastwasser Symposium. Am 30. Mai in Hamburg und am 31. Mai in Leer hat der VDR, die MARIKO GmbH, das Kompetenzzentrum GreenShipping Niedersachsen und Bureau Veritas zum Symposium eingeladen, um die maritime Branche über die aktuellen Entwicklungen aufzuklären. Insgesamt haben sich 250 Teilnehmer in Leer und in Hamburg informieren lassen und sich dazu ausgetauscht.
Ramona Zettelmaier (Bureau Veritas), Debra DiCienna (Choice Ballast Solutions) und Dr. Susanne Heitmüller (BSH) haben zunächst die Regularien beleuchtet. Hauptaspekte waren die Entwicklung und Unterschiede der IMO G8-Zulassungsvorschriften und der Vorschriften der United States Coast Guard (USCG). Die IMO G8-Zulassungsvorschriften für Ballastwasserbehandlungsanlagen wurden vor kurzem an die USCG-Vorschriften angepasst, spätestens bis zum 20. Oktober 2020 müssen alle eingebauten Anlagen dieser Vorschrift entsprechen.  
„Ballastwasserbehandlung wird Realität“, sagt Zettelmaier und weist noch einmal ausdrücklich auf die Thematik der Hafenstaatkontrollen hin: “Die rechtzeitige Implementierung der geprüften Ballastwassermanagementpläne und der Record Books sowie korrekte Dokumentation sind von großer Bedeutung“. Um eine praktikable Herangehensweise nach Inkrafttreten der Vorschriften zu ermöglichen, wird in der 71. Sitzung des Marine Environment Protection Committee (MEPC) die Einführung einer Phase zur Erfahrungsbildung besprochen.
Markus Joswig von PIA berichtete über die Komplexität der Probenahme und Testverfahren des behandelten Ballastwassers. Er betont, dass es noch Verbesserungsbedarf der Vorschriften hinsichtlich dieses Themenbereichs gibt und forderte ein standardisiertes Verfahren für Probenahmen.
Im weiteren Verlauf standen  verschiedene Hersteller von Ballastwasserbehandlungsanlagen mit bereits erteilter USCG-Genehmigung in offenen Diskussionsrunden Rede und Antwort.  Begleitet von Wolfgang Hintzsche vom VDR, berichteten unter anderem Christoph Thomsen-Jung von Optimarin/Zeppelin, Peter Pallmann von Alfa-Laval und Kashif Javaid von Oceansaver über ihre Erfahrungen bei der erfolgreichen USCG-Genehmigung und stellten sich den Fragen der Teilnehmer. Mit in der Diskussionsrunde waren auch die Hersteller Ecochlor, BalChlor/SunRui und Erma First, deren USCG-Genehmigung kurz bevorsteht.
In einer weiteren Diskussionrunde präsentierten sich die Hersteller Panasia, Cathelco, Wärtsilä, SeaCure und Oceanguard/Headway welche sich derzeit noch im USCG-Zulassungsprozess befinden und voraussichtlich Ende 2017/Anfang 2018 ihre Zulassung erhalten werden.
„Eine frühzeitige Vorbereitung ist bei dieser Sache unerlässlich“, betont Wolfgang Hintzsche vom VDR, „der Fokus soll hierbei ausschließlich bei Herstellern liegen, die eine USCG Zulassung haben oder in Vorbereitung sind, diese zu erhalten. Dann kann man auch sicher sein, dass diese Anlage auch den IMO G8 Anforderungen standhält“, so Hintzsche weiter.
Auch das Thema Nachrüstung der Ballastwasserbehandlungsanlagen wurde von Experten wie Martin Romijn von Goltens und Jan Hagemeister von Winter 3D fachlich geschildert. Sie erläuterten unter anderem den Mehrwert eines 3D Scans vom Maschinenraum als Grundlage für den Einbau der Ballastwasserbehandlungsanlagen.
Zuletzt erläuterte Karli Boschitsch von Venteville/Radio Holland ihr Konzept für eine weltweite Service- & Ersatzteilbetreuung bis hin zur möglichen Fernüberwachung und Analyse der Ballastwasserbehandlungsanlagen.

Alle gezeigten Präsentationen sowie das Factsheet finden Sie hier.